KI in der Arztpraxis: was in Arztbrief, Überweisung und Befund steht
Wer KI in der Arztpraxis nutzt, lädt keine Patientenakte hoch. In den Chat wandern Bruchstücke: der Befund, den eine Patientin in einfachen Worten verstehen möchte, die Fragestellung für eine Überweisung, ein zu langer Arztbrief, die Stellungnahme, mit der die Krankenkasse einen abgelehnten Antrag noch einmal prüfen soll. Kopiert wird aus dem Praxisverwaltungssystem, eingefügt wird im Browser daneben.
Oben steht fast immer derselbe Patientenkopf: Name, Geburtsdatum, oft die Anschrift und die Versichertennummer von der elektronischen Gesundheitskarte, ein Buchstabe und neun Ziffern. Diese zehn Zeichen ändern sich nicht, wenn jemand die Kasse wechselt, und dienen nach § 290 SGB V ausdrücklich der Identifikation des Versicherten. Darunter folgt, worum es eigentlich geht: Diagnose, Laborwerte, Medikation, der Grund für die Überweisung.
Zusammen ergibt das Gesundheitsdaten, und die zählen nach Art. 9 DSGVO zu den besonderen Kategorien personenbezogener Daten, deren Verarbeitung grundsätzlich untersagt ist. Wann schon ein Absatz ohne Diagnose dazugehört, erklärt unser Beitrag über Gesundheitsdaten und die anderen besonderen Kategorien. Kopieren kann in der Praxis jede und jeder: die Ärztin, der Weiterbildungsassistent, die MFA am Empfang.
ChatGPT in der Arztpraxis: was der Chat vom Patienten noch sieht
Markieren Sie den Absatz und drücken Sie die Taste. Nonimo ersetzt am Praxisrechner, unter Mac wie unter Windows, jede erkannte Angabe durch einen Platzhalter, und erst dieser Text geht an ChatGPT, Claude oder Copilot. Die Originale bleiben auf dem Rechner, und von dem, was Sie über Ihre Patienten schreiben, erreicht uns kein Wort. Einzelheiten stehen auf unserer Seite Sicherheit.
Im Beispiel unten, einer erfundenen Stellungnahme für die Krankenkasse, sind Patientin, Geburtsdatum und Versichertennummer abgedeckt. Diagnose, Gehstrecke und der abgelehnte Rollator bleiben lesbar, denn davon lebt die Begründung, und genau damit soll das Modell arbeiten. Über der Versichertennummer steht in dieser Version noch das Etikett AKTENZEICHEN; mit der nächsten Version erhält sie ihr eigenes.
Kommt die Antwort mit den Platzhaltern zurück, stehen auf Ihrem Bildschirm wieder die echten Angaben, weil nur dieser Rechner die Zuordnung kennt. Aus dem Entwurf wird so eine Stellungnahme, die Sie gegenlesen, unterschreiben und an die Kasse schicken. Was ein Anbieter wie OpenAI mit dem Text anfängt, der bei ihm ankommt, beschreibt ChatGPT und Datenschutz.
Vorher: was eingefügt wird
Ärztliche Stellungnahme zur Vorlage bei der Krankenkasse Patientin: Frau Erika Mustermann, geb. 31.02.1958 Versichertennummer: M000066651 Gonarthrose beidseits, Zustand nach Knie-TEP links 2025. Gehstrecke unter 200 m, Treppensteigen nur mit Geländer. Rollator mit Sitzfläche beantragt, von der Kasse abgelehnt. Bitte formuliere daraus eine sachliche Begründung für den Widerspruch.
Nachher: was beim Sprachmodell ankommt
Ärztliche Stellungnahme zur Vorlage bei der Krankenkasse Patientin: [PERSON_1], geb. [GEBURTSDATUM_1] Versichertennummer: [AKTENZEICHEN_1] Gonarthrose beidseits, Zustand nach Knie-TEP links 2025. Gehstrecke unter 200 m, Treppensteigen nur mit Geländer. Rollator mit Sitzfläche beantragt, von der Kasse abgelehnt. Bitte formuliere daraus eine sachliche Begründung für den Widerspruch.
Was Bundesärztekammer und KBV zum KI-Einsatz in der Praxis sagen
In ihren gemeinsamen Hinweisen zur ärztlichen Schweigepflicht, Stand 1. Oktober 2025, widmen Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung der KI einen eigenen Hinweis. Er steht auf S. 8 und ist knapp: Schweigepflicht und Datenschutzrecht gelten beim Einsatz von KI ohne Einschränkung. Wie bei jedem anderen IT-System seien geeignete Sicherungsmaßnahmen zu treffen, gegebenenfalls über Einstellungen in der Anwendung selbst.
Für die Praxis verschiebt das die Frage. Es geht weniger darum, ob ein Chatbot erlaubt ist, als darum, welche Sicherung zwischen Praxisrechner und Chatfenster steht, wenn jemand einen Befund einfügt. Wie die Bundesärztekammer allgemeine Chatbots für Patientendaten einschätzt und was § 203 StGB dazu sagt, erklärt der Leitfaden Mit ChatGPT Arztbriefe schreiben.
Was eine geeignete Sicherung am Arbeitsplatz leisten muss, folgt aus einem Grundsatz, den dieselben Hinweise auf S. 8 nennen: die Beschränkung der Verarbeitung auf das notwendige Maß. Ein verständlicher Befund braucht, was untersucht wurde und was herauskam, nicht wer die Patientin ist. Deshalb ersetzt Nonimo die Zeilen, die auf sie zeigen, bevor der Absatz in den Chat geht.
Inhaberin, Praxisteam und DSB: wer den KI-Einsatz festlegt
Verantwortlich im Sinne der DSGVO ist in der Einzelpraxis die Inhaberin oder der Inhaber, und zwar auch für jeden Absatz, den das Team in einen Chat kopiert. Einen Datenschutzbeauftragten braucht die Praxis nach den Hinweisen von BÄK und KBV (S. 16) etwa dann, wenn mindestens zwanzig Beschäftigte regelhaft mit der Datenverarbeitung befasst sind, vom Empfang bis zur Abrechnung.
Das Team darf Patientendaten sehen. Die Hinweise halten fest, dass Ärzte ihren Mitarbeitern uneingeschränkten Zugang zu den Informationen aus dem Praxisbetrieb einräumen dürfen, und auch Medizinische Fachangestellte stehen unter § 203 StGB. Ein Chatbot im Browser gehört nicht zu diesem Team. Deshalb hilft eine Sicherung, die an jedem Platz gleich arbeitet, ganz gleich, wer gerade kopiert.
Nonimo folgt dabei einem Maßstab, den jede Praxis nachvollziehen kann. Was eine unverwechselbare Form hat, ersetzt es ohne Rückfrage. Was es nur am Stichwort davor erkennt oder bloß vermutet, tauscht es ebenso aus, hebt die Stelle aber hervor und nennt den Grund; ein Klick nimmt sie zurück. Für die schriftliche Regel dazu taugt unser Muster für eine KI-Richtlinie.
KI in der Arztpraxis: Preis und der erste Arbeitsplatz
Für den Anfang genügt ein Rechner, Mac oder Windows, am besten der am Empfang, wo die meisten Schreiben entstehen. Nonimo hat einen kostenlosen Tarif, der auf eine bestimmte Zahl von Wörtern im Monat begrenzt ist. Wer mehr braucht, hinterlässt auf der Lizenzseite seine E-Mail-Adresse und erhält eine kostenlose Lizenzdatei, die diese Grenze bis zum 31. Januar 2027 aufhebt, ohne Kundenkonto. Heruntergeladen wird oben auf dieser Seite.
Angebote für KI in der Arztpraxis gibt es viele: Diktierhilfen, Telefonassistenten, Module im Praxisverwaltungssystem. Nonimo ist keins davon, es arbeitet vor jedem Chat, den jemand in Ihrer Praxis im Browser öffnet. Soll das an allen Plätzen gelten, installiert Ihr IT-Dienstleister per Richtlinie eine Browsererweiterung, die ganz ohne Taste greift. Den Ablauf beschreibt die Seite Organisationen.
Ausprobieren lässt sich das in einer Teambesprechung: Die Praxisleitung nimmt einen alten Befund, markiert ihn, drückt die Taste, und alle sehen im Nachher, was ersetzt ist, ohne dass etwas abgeschickt wird. Danach fällt die Entscheidung leichter, ob Nonimo auch in die Behandlungsräume und in die Abrechnung kommt. Am meisten gewinnt die MFA: Sie muss vor dem Einfügen keinen Patientenkopf mehr von Hand kürzen.
- Heute kostenlos, für Mac und Windows
- Mit einem monatlichen Wortlimit
- Die kostenlose Lizenz hebt es auf, bis 31. Januar 2027, ohne Konto
Lizenz anfordern Für Mac herunterladen Für Windows herunterladen
Die technischen Einzelheiten stehen auf der Seite Sicherheit.
Fragen aus der Praxis
Ist KI in der Arztpraxis erlaubt?
Ja, ein Verbot gibt es nicht. Bundesärztekammer und KBV halten in den gemeinsamen Hinweisen, Stand Oktober 2025, aber fest, dass Schweigepflicht und Datenschutz beim Einsatz von KI uneingeschränkt gelten (S. 8). Befunde sind Gesundheitsdaten nach Art. 9 DSGVO, und wer sie unbefugt offenbart, riskiert nach § 203 StGB bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe. Nonimo ersetzt Name, Geburtsdatum und Versichertennummer, bevor der Absatz in den Chat geht.
Darf die MFA am Empfang mit ChatGPT arbeiten?
Patientendaten sehen darf sie: Nach den Hinweisen von BÄK und KBV dürfen Ärzte ihrem Praxisteam uneingeschränkten Zugang einräumen, und Medizinische Fachangestellte stehen selbst unter § 203 StGB (S. 2). Der Anbieter eines Chatbots gehört aber nicht zum Team. Ob und wofür ChatGPT genutzt wird, legt die Praxisleitung fest. Mit Nonimo am Empfangsrechner gehen Name und Geburtsdatum nur als Platzhalter hinaus.
Wir haben schon KI im Praxisverwaltungssystem. Wozu dann Nonimo?
Für alles, was außerhalb davon geschieht. Das KI-Modul Ihres Praxisverwaltungssystems läuft über den Vertrag mit Ihrem Anbieter, den Sie nach § 203 StGB als mitwirkende Person zur Geheimhaltung verpflichten müssen. Öffnet jemand im Team daneben einen allgemeinen Chatbot im Browser, reicht dieser Vertrag nicht bis dorthin. An dieser Stelle setzt Nonimo an und ersetzt die Patientendaten, bevor der Text im Chat landet.
Bleiben Patientendaten mit Platzhaltern personenbezogen?
Ja. Die Hinweise von BÄK und KBV stellen auf S. 7 klar, dass auch pseudonyme Daten, etwa mit einem Code statt des Namens, dem Datenschutzrecht unterfallen. Für Ihre Praxis liegt das auf der Hand, denn Sie wissen, wer hinter dem Platzhalter steht. Mit Nonimo kommt beim Anbieter weniger an. Aus Gesundheitsdaten macht es keine anonymen Daten, und Art. 9 DSGVO gilt für den Absatz weiter.
Braucht unsere Praxis einen Datenschutzbeauftragten?
Das hängt an drei Schwellen, die die Hinweise von BÄK und KBV auf S. 16 aufzählen: mindestens zwanzig Beschäftigte, die regelhaft mit der Datenverarbeitung befasst sind, eine fällige Datenschutz-Folgenabschätzung oder die umfangreiche Verarbeitung von Gesundheitsdaten als Kerntätigkeit. Eine Folgenabschätzung kann nach S. 14 schon die Verwendung neuer Technologien auslösen. Wer KI einführen will, prüft das deshalb am besten vorher.
Erfährt Nonimo, was in unseren Befunden steht?
Nein. Ersetzt wird auf dem Rechner, an dem Sie sitzen, und von Ihren Befunden kommt bei uns kein einziges Wort an, ebenso wenig die Begriffe einer eigenen Liste. Einmal täglich schickt die Anwendung eine Zählung: Stand des Kontingents, Version, Betriebssystem. Abschalten lässt sich diese Zählung nicht, wie unsere Seite Sicherheit offenlegt. Ein Kundenkonto gibt es nicht, und Patientendaten enthält die Meldung keine.